Der Live-Stream von zu Hause erlebt zur Zeit einen Boom, den man sich vor nur sechs Monaten nicht hätte vorstellen können: Kommunikation in der Corona-Krise findet auf Plattformen wie Zoom, Skype oder Jitsy statt – vom zwanglosen Treffen mit Freunden bis hin zum Parteitag oder der Vorstandssitzung.

Vor Corona konnten dieser Ereignisse unterschiedlicher nicht sein: Der Spieleabend ist spontan und zwanglos, die Vorstandssitzung minutiös geplant und staatstragend. Heute aber sind sie sich ähnlicher denn je: Von schräg unten blicken wir mit verpixeltem Blick in ratlose Gesichter, unsicher, ob sie gerade gesehen oder gehört werden.

Wie hebt man sich also ab von diesem unschönen Einheitsbrei?

Für das Grimme-Institut in Marl haben wir uns dieser Problematik gestellt. Jedes Jahr verleiht das Institut den Grimme Online Award, einen prestigeträchtigen Preis für Journalisten, Kunst- und Kulturschaffende im deutschsprachigen Internet. Für die Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen haben wir uns vorgenommen, das übliche Chaos einer Streaming-Konferenz zu umgehen und das Ergebnis, trotz aller Einschränkungen, auf ein professionelles Niveau zu bringen.

Der Livestream zu einer Konferenz muss nicht hässlich sein

Via Live-Stream auf YouTube sollten die Nominierten vorgestellt und besprochen werden. Mit dabei: Die Direktorin des Grimme-Instituts, die Leiterin des Wettbewerbs und ein Mitglied der Nominierungskommission. Mit jedem einzelnen Teilnehmer haben wir vorab via Zoom-Meeting einen Technik-Check durchgeführt, um einen Überblick über die technischen und gestalterischen Rahmenbedingungen zu bekommen: Was für Webcams und Mikrofone stehen zur Verfügung? Wie sind die Lichtverhältnisse im Raum?

Leider sind die in Laptops verbauten Webcams meist von minderer Qualität: Eine niedrige Auflösung und ein kleiner Dynamikumfang prägen das typische Bild, das wir aus all den Zoom-Konferenzen gewohnt sind. Dazu kommt meist eine Mischung aus Tageslicht und Schreibtischlampe, die eine ungesunde Hautfarbe erzeugt, gekrönt von der untersichtigen Perspektive, die ungewollte Einblicke in die Nasenlöcher aller Beteiligten ermöglicht.

Komplettlösung mit Lieferdienst: Livestream as a Service mit HomeOffice-Anbindung

Aber ein Problem nach dem Anderen. Um die Bildqualität noch weiter zu optimieren haben wir uns dafür entschieden, bei jedem Teilnehmer Bild und Ton gesondert aufzuzeichnen, anstatt die Aufzeichnungsfunktion von Zoom zu benutzen. Mit der richtigen Software ergibt sich daraus eine wesentlich verbesserte Bildqualität, denn wir zeichnen die Signale auf, bevor sie von Zoom für das Streaming optimiert werden, was immer mit einem großen Verlust von Bild- und Tonqualität einhergeht.

SetUp für die Aufnahme: Im oberen Fenster der Zoom-Call, unten der nächste Einspieler mit Rezo. Daneben der Ablaufplan und auf dem rechten Monitor erfolgt schon die weitere Verarbeitung.

Das gleichzeitige Streamen und Aufzeichnen erfordert jedoch auch eine höhere Rechenleistung und damit bessere Hardware. Daher haben wir in einem Fall eine Komplettlösung bereitgestellt und an die Haustür geliefert: Ein Macbook, auf dem alle benötigten Programme vorinstalliert sind, unter Anderem auch Software zur vollständigen Fernsteuerung des Gerätes. 

Bei zwei Teilnehmern haben wir dazu eine hochwertige Webcam bereitgestellt und auch diese persönlich im Homeoffice abgeliefert – natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsabstände!

Nachdem also bei allen Beteiligten die technischen Rahmenbedingungen hergestellt waren, kam der gestalterische Teil: Unter unserer Anleitung via Zoom haben wir die Kameraperspektive auf Augenhöhe gebracht und stürzende Linien begradigt, zum Beispiel indem der Laptop auf einen Stapel Bücher gestellt wurde, bis die richtige Höhe erreicht war. Verschiedene Lichtquellen wurden ausbalanciert durch das Ein- oder Ausschalten von Lampen oder das Öffnen und Schließen von Jalousien vor den Fenster.

Fazit: Profi-Livestream „aus dem HomeOffice“ können wir!

Das Ergebnis, hier als Aufzeichnung zu sehen – Livestream zur Bekanntgabe der Nominierungen des Grimme Online Award -, fand positiven Anklang beim Publikum und auch unser Kunde konnte sich durch die planvolle und unkomplizierte Vorbereitung voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren, ohne mit der Technik jonglieren zu müssen.

Wir haben somit wieder gezeigt, dass eine gut vorbereitete Videokonferenz nicht nur besser aussieht und besser klingt, sondern auch die Inhalte davon profitieren. Eine gelungene Konferenz, die einem Face-to-Face in nichts nachstehen sollte, kann nicht ständig von technischen Mängeln untergraben werden. Mit den präparierten Laptops und hochwertigen Webcams, die wir unserem Kunden geliefert haben, bedarf es keinem großen technischen Know-How oder langwierigem Herumprobieren, um attraktiven Video-Content im Home-Office herzustellen. Per Fernsteuerung kümmern wir uns um die Technik, während Sie sich auf ihr Inhalte konzentrieren.

Mit dieser neuen Erfahrung bauen wir auf Gewohntes auf: Live-Streams vor Ort mit bis zu sieben Kameras, bei Großveranstaltungen wie dem Forschungsgipfel des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, bei dem auch Angela Merkel eine Keynote gehalten hat. Auch Live-Streaming im großen Stil bieten wir weiterhin an, damit Sie Publikum auch zu Hause erreichen können.

Mehr zum Thema Livestreaming und Video-Konferenzen erfahren Sie auch im Kopfkino.Ruhr-Podcast mit Geschäftsführer Gerhard Schröder. Weitere Beispiele unserer Arbeit finden Sie auf unserer Themenseite zu Livestream.

Bei Fragen gilt wie immer: Einfach melden!