Die Tage, Gerd war gerade beim Kunden, kam wieder SO ein Anruf. Ich nahm den Hörer ab:

„Kurze Frage…. Wir hätten gern ein Video. Was kostet denn sowas?“

„Das kommt ganz darauf an, was sie denn haben wollen! Der Preis für ein Video ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.“

Das weitere Telefonat führte zu diesem Blog-Beitrag…

Gerd vergleicht dies immer gerne mit dem Autokauf. „Ich würde mir gern ein Auto kaufen, was kostet denn sowas?“ Eine Frage, die, wie jeder weiß, so nicht zu beantworten ist. Welche Klasse soll es denn sein: Dacia oder doch eher Mercedes? Welches Modell: Familienkutsche oder Luxusmodell? Welche Ausstattung ist gewünscht? Standard oder mit automatischer Einparkhilfe, Rückfahrkamera und Spurerkennung? Ebenso verhält es sich bei Video. Also zurück zur Ausgangsfrage: „Was kostet denn so ein Video eigentlich?“

Video-Produktionskosten:
Sieben Faktoren, die den Preis bestimmen

In diesem Blog-Beitrag widmen wir uns den einzelnen Faktoren, die den Preis für eine Videoproduktion ausmachen. Wir möchten aber noch mehr erreichen: Im besten Fall wirst du nach dem Lesen eine genauere Vorstellung davon haben, welche Arbeitsschritte und welcher Arbeitsumfang mit der Produktion eines Videos verbunden sind. Und weil dieses Thema so umfangreich ist, mussten wir den Blog-Beitrag auch teilen: Diese Woche betrachten wir die Vorarbeiten zu einem Video, also die Stoffentwicklung und die Planung. In der nächsten Woche geht es dann ans Eingemachte: Dreh, konkrete Personen-/Effekt- und Location-Planung, sowie die Postproduktion.

Inhaltsübersicht der zwei Beiträge: 1. Die Art des Videos: Was möchte ich eigentlich? 2. Das Konzept: Grundlage der Produktion 3. Das (optionale) Storyboard 4. Die Planung: Dreh- und Angelpunkt! 5. Die Technik: Wie schön darf’s sein? (Teil II) 6. Wir brauchen was zum Filmen: Locations, Darsteller, Requisiten (Teil II) 7. Postproduktion: Ergebnis aller vorherigen Schritte (Teil II)

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1. Videoarten: Was möchte ich eigentlich?

Die Basis für eine Preisberechnung des Videos ist die Art des Videos. Also: Was soll eigentlich wie gefilmt werden? Handelt es sich um ein Interview, einen Event-Film, ein How-To-Video oder um die Königsklasse: Das szenische Arbeiten?

Die Unterschiede in den Aufwänden möchte ich mit ein paar Beispielen kurz darstellen, immer ausgehend von der grundlegendsten und damit auch günstigsten Produktionsart. Denn bei Video gilt, wie in fast allen Bereichen: Nach oben ist der Preis immer offen!

Das Interview in unserem Beispiel ist ein Ein-Mann-Interview mit im Vorfeld abgesprochenen Fragen und einem kameraerprobten Interviewpartner. Mehr zu diesem Interview in unserem Ratgeber über gute Video-Interviews.

Bei der Event-Dokumentation gehen wir von einer Eröffnungsfeier aus, mit etwa 300 Gästen, Catering und einem Bühnenprogramm. Sonnenuntergang-Szenen dieser Location haben wir in dem Beitrag zum Thema Zeitraffer und Hyperlapse verwendet.

Das How-to-Video ist in unserem Beispiel eine Erklärung für die Installation eines Wasseranalysegeräts. Die Installation wird dabei von einer Person durchgeführt und erklärt. Nicht immer klappt bei solchen Videos jeder Satz im ersten Anlauf. 😉

Ein weiteres Beispiel: Das szenische Kurzvideo, in dem ein junges Mädchen durch eine Tiefgarage hetzt, um später in einer anderen Location aus ihrem Tagtraum zu erwachen. Auch zu diesem Dreh gibt es einen Blog-Beitrag: Storytelling in Kurzvideos.

Wir gehen beim Aufwand von Normalfällen aus: Natürlich kann auch ein Interview aufwändig gestaltet sein, mit einem komplexen Lichtaufbau, einem Visagisten und Kamerafahrten – was den Preis nach oben treibt. Oder aber der Interviewpartner ist sehr nervös, da es sich um sein erstes Mal vor der Kamera handelt – auch dann muss im Zweifel länger gedreht werden um gute Antworten zu bekommen. Es fällt wesentlich mehr Material an, und die redaktionelle Auswahl dauert deshalb erheblich länger.

Manchmal sind Interviewpartner auch so nervös, dass sie kaum einen kompletten Satz formulieren können. Inhaltliche Zusammenhänge muss man sich dann im Schnitt „zusammensetzen“. Wir sehen also: Alleine bei einer Videoart, dem Interview, gibt es unzählig viele Faktoren, die den Aufwand und somit auch den Preis bestimmen. Deshalb schauen wir uns im Folgenden die einzelnen Faktoren genauer an. Weitere Video-Arten stellen wir auf unserer Leistungen-Seite vor.

2. Das Konzept: Grundlage der Produktion

Du weißt, welche Art von Video du benötigst. Nun muss aber jedes Video auch mit Inhalten, einer Dramaturgie und/oder einem Text versehen werden. Wenn du diese umfangreichen Überlegungen bereits im Vorfeld erledigt hast und dann sogar mit einem fertigen Konzept und einem Text zu einer Videoagentur gehst, ist das schon sehr gut – aber dennoch nicht das Ende der Fahnenstange! Denn nun müssen Fachmänner und -frauen ran, um die von dir gelieferte Idee auf Ihre Tauglichkeit für Video zu prüfen, bzw. sie entsprechend abzuändern.

Dies sind nur einige von unendlich vielen Fragen, um die es dabei geht:

  • Lassen sich die Informationen, die dem Zuschauer vermitteln werden sollen, in Videoform übersetzen und mit dem gegebenen Budget verwirklichen? 
  • Lassen sich Teile des Konzeptes streichen, da die Informationen redundant sind?
  • Benötigt der Zuschauer mehr Bilder, um die Information zu verstehen?
  • Ist das Konzept ansprechend, oder kann es noch interessanter, aufregender oder emotionaler gestaltet werden? Oder ist das Konzept vielleicht sogar altmodisch und nicht ansprechend?
  • Und natürlich wird immer und immer wider geprüft: Lässt sich die Videoidee mit dem gegebenen Budget realisieren?

Hast du lediglich eine grobe Idee und auch keine Zeit oder Muße dich tiefgehender mit der Ausarbeitung zu beschäftigen, übernimmt dies die Videoagentur komplett.

Das Konzept, also die ausarbeitete und überprüfte Idee, bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen. Werden in diesem Arbeitsschritt bereits grobe Fehler begangen oder wichtige Faktoren nicht bedacht, äußert sich dies in den folgenden Arbeitsschritten.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Ich möchte Coq au vin kochen. Die Zutaten zu recherchieren ist mir aber zu zeitintensiv – „Das klappt schon!“. Also gehe ich in den Supermarkt und kaufe, was meiner Meinung nach zu diesem Rezept gehört.

Das Ergebnis wird im besten Fall zufriedenstellend sein. 

Klar ist aber auch: Die Erstellung eines Konzeptes, das Schreiben eines Videotextes (mit eventueller Einarbeitung in ein fremdes Thema), die Erarbeitung von Interviewfragen und die Festlegung von Grafiktexten sind Arbeiten, die das Rückgrat des Videos bilden und schließlich auch bezahlt werden müssen. „Was kostet eigentlich so ein Video?“ – Wir sind erst am Anfang!

3. Das Storyboard – wofür brauche ich das denn!?

Das Storyboard ist eine (optionale) Visualisierung des Konzeptes, bzw. des Drehbuches. Jede einzelne Szene wird genau ausgearbeitet und dargestellt. Das kann mit Fotos passieren, mit Grafiken oder aber zeichnerisch erfolgen.

Dabei hat die Erstellung eines Storyboards drei Ziele:

  • Es wird für alle Beteiligten festgelegt, was im Bild zu sehen ist und wie es zu sehen ist: Das Storyboard definiert die Beschaffenheit des Drehortes mit allen wichtigen Requisiten und Schwierigkeiten – wo steht der Tisch? Wo können Türen geöffnet werden? Wo befinden sich spiegelnde Flächen, in denen sich die Kamera oder Lichtstative spiegeln können? Dies sind wichtige Informationen, zum Beispiel für die Planung von Kamerabewegungen. Aber auch die Darsteller, die in dem jeweiligen Bild vorkommen, und wie sich diese Darsteller im Bild bewegen, werden dargestellt. Zusätzlich legt das Storyboard die Kameraeinstellung, also Winkel, Ausschnitt, Perspektive und etwaige Kamerabewegungen oder Zooms, fest.
  • Es hilft den Beteiligten bei der Vorab-Planung: Die im ersten Punkt beschriebenen Informationen helfen allen Beteiligten bei der Planung der einzelnen Bilder. Wir wissen, wo wichtige Gegenstände im Bild sind (auch wichtig für die Lichtsetzung im Bild), die Darsteller wissen in etwa, wie sie sich im Bild bewegen sollen und der Kameramann weiß vorab, welches Objektiv oder Zusatzequipment er für die jeweiligen Bilder benötigt. So spart man sich lange Besprechungen vor Ort, denn würde man diese Absprachen vor jedem Bild am Set führen, würde der Dreh wahrscheinlich drei mal so lange dauern.
  • Es verdeutlicht dem Kunden, wie das Video überhaupt einmal aussehen soll: Der Auftraggeber kann sich in den meisten Fällen nicht so leicht in ein geschriebenes Konzept hineinversetzen. Viele der verwendeten Begriffe sind unklar und von einem Text auf ein Bild zu schließen ist oft nicht leicht. Selbst wenn der Auftraggeber in der Lage ist, diesen Transfer zu bewerkstelligen, so stellt er sich vielleicht ein anderes Bild vor, als der Urheber des Konzeptes. Wir kennen das aus Büchern, die später verfilmt werden.

Als der erste Teil der Harry-Potter-Reihe in die Kinos kam war ich begeistert, wir sehr die Produktion doch meine Vorstellung getroffen hat. Meine kleine Schwester aber war enttäuscht, da sie sich viele Protagonisten und auch Orte ganz anders vorgestellt hatte. Ein Storyboard hilft also beiden Parteien, sowohl dem Auftraggeber als auch der ausführenden Videoproduktion, ein gemeinsames und gleiches Bild von dem Video zu bekommen. So werden Missverständnisse vermieden und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ein Satz wie: „Das hatte ich mir aber anders vorgestellt!“, fällt.

4. Die Planung: Dreh- und Angelpunkt!

Wie in fast allen Bereichen gilt auch bei der Videoproduktion: Eine gute Planung spart mir hinten raus viel Zeit und Ärger. Wenn du beide Teile des Blogbeitrag gelesen hast wirst du verstehen, wie komplex eine Videoproduktion ist und was es alles zu bedenken gibt. Sich zu spät um all diese Faktoren zu kümmern verlängert nicht nur den gesamten Prozess, es wird auch Auswirkungen auf das Produkt haben.

Worum es bei der Drehplanung geht, möchte ich nicht anhand eines szenischen Beispiels verdeutlichen, sondern anhand eines alltäglichen Drehs wie er bei vielen KMUs vorkommen kann.

Der Kunde: Wir drehen bei einem Kunden, der mehrere hundert Kilometer entfernt seinen Firmensitz hat. Aufgrund dieser Entfernung drehen wir meist nur ein bis drei mal im Jahr, dann aber mehrere Tage lang und genügend Videos für das gesamte Jahr.

Der Auftrag: Wir drehen mehrere Videos und filmen eine Menge Szenen von Produkten und Mitarbeitern. Unser Videopensum für zweieinhalb Drehtage ist:

  • 6 Mitarbeitervorstellungen
  • 2 Showroomvideos
  • 1 Video in der Produktion
  • 4 Videos zu einem humorvollen Ratgeber-Format
  • 2 Interviews
  • …sowie das Abfilmen aller (!) Produkte in einer Totalen und einer Naheinstellung

Unsere Manpower: Wir reisen mit drei Personen an. Zwei Kameramänner mit jeweils einer Kamera und eine Produktionsleitung/Redaktion, die vor Ort die Feinabstimmungen macht, Interviews führt und beim Licht setzen und tragen hilft. Wir sehen: Ein großes Vorhaben für wenige Leute.

Was also bringt einem hier die Drehplanung?

  1. Schritt: Die einzelnen Videos nach Aufwand und benötigtem Equipment/Personen untersuchen
  2. Schritt: Mit dem Unternehmen abstimmen, zu welchen Zeitpunkten benötigte Mitarbeiter Zeit haben/wann bestimmte Räumlichkeiten frei sind
  3. Schritt: Drehplan erstellen: Welcher Kameramann filmt wann welches Video und mit welchem Equipment? Welche Personen müssen vor Ort sein, in welchen Räumlichkeiten findet das statt?
  4. Schritt: Die einzelnen Videokonzepte nach Bildern aufschlüsseln, damit die Kameramänner ohne inhaltliches Wissen zu den Produkten filmen können

Zusätzlich zu diesen drehspezifischen Dingen wird natürlich auch noch die Fahrt geplant, der Mietwagen gebucht und das Hotel reserviert.

Es liegt auf der Hand, dass wir ohne diese Planung im Vorfeld niemals alle geplanten Videos geschafft hätten. Zusätzlich wären die Kameramänner, während die Produktionsplanung all diese Abstimmungen vor Ort macht, nicht beschäftigt gewesen, aber bezahlt worden. Wir hätten also vielleicht die Hälfte der Videos gedreht – für das selbe Geld, denn ein Drehtag wird ja nunmal bezahlt. Viele Kunden denken, sie könnten auf eine ordentliche Drehplanung verzichten. Natürlich, das können sie, aber schlussendlich zahlen sie dann doch drauf!

Inhaltsübersicht der zwei Beiträge: 1. Die Art des Videos: Was möchte ich eigentlich? 2. Das Konzept: Grundlage der Produktion 3. Das (optionale) Storyboard 4. Die Planung: Dreh- und Angelpunkt! 5. Die Technik: Wie schön darf’s sein? (Teil II) 6. Wir brauchen was zum Filmen: Locations, Darsteller, Requisiten (Teil II) 7. Postproduktion: Ergebnis aller vorherigen Schritte (Teil II)