Kosten-video-preis-videoproduktion

Im ersten Beitrag unserer Blog-Reihe Was kostet eigentlich so ein Video? haben wir eine Menge gelernt: Zum Beispiel warum es so wichtig ist, das Videokonzept auf seine Tauglichkeit zu prüfen oder warum eine vernünftige Drehplanung Geld einsparen kann. In diesem Teil widmen wir uns der tatsächlichen Produktion, von der Technik über den Dreh bis hin zur Postproduktion.

Inhaltsübersicht der zwei Beiträge: 1. Die Art des Videos: Was möchte ich eigentlich? (Teil I) 2. Das Konzept: Grundlage der Produktion (Teil I) 3. Das (optionale) Storyboard (Teil I) 4. Die Planung: Dreh- und Angelpunkt! (Teil I) 5. Die Technik: Wie schön darf’s sein? 6. Wir brauchen was zum Filmen: Locations, Darsteller, Requisiten 7. Postproduktion: Ergebnis aller vorherigen Schritte

5. Die Technik: Wie schön darf’s sein?

Ebenso grundlegend wie die Frage: „Welche Art von Video wünschen Sie sich?“, ist die Frage nach der Bildqualität. Denn natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Abstufungen, beginnend beim Smartphone bis hin zur Ultra-4K-Kamera mit Zeitlupe.

Drei Punkte sind dabei in Stein gemeißelt:

  1. Hochwertige Technik ist teuer!
  2. Hochwertige Technik filmt nicht von allein, sondern es bedarf fähiger Leute, die wissen, wie sie das Beste aus der Technik herausholen
  3. Hochwertige Technik + fähiges Personal = hochwertige und außergewöhnliche Bild- und Tonqualität

Was uns zu solchen Situationen führt…

„Ich will 4K!“ – sagen einige Kunden.

„Wofür brauchen Sie das?“ – fragen wir.

„Das ist doch der neueste Stand, oder?“ – erwidert die Kunde.

Einem Kunden 4K zu verkaufen, nur weil er es möchte und bezahlt, ist nicht unbedingt im Sinne seriöser Videoagenturen. Wirst du richtig beraten, verkauft man dir die Technik, die wirklich benötigt wird. Nicht die, die du bereit bist zu zahlen!

Die Anzahl der Kameras

Es gibt Situationen oder stilistische Konzepte, die mehr als eine Kamera benötigen. Bei der Event-Dokumentation mit Bühnenschau wird es letztendlich nur eine zufriedenstellende Auswahl an Bildmaterial geben, wenn ich mit mehr als einer Kamera filme.

Man stelle sich zwei Akrobatinnen auf der Bühne vor, die mehrere Meter über der Erde an einem Seil tanzen:

Mit nur einer Kamera können entweder beide Akrobatinnen aus weiterer Entfernung gefilmt werden, oder nur eine Akrobatin in einer näheren Einstellung. Mit einer Kamera muss der Kameramann unheimlich schnell hin und her switchen und verpasst womöglich den besten Moment. Die Reaktionen des Publikums dabei auch noch einzufangen ist schier unmöglich.

Konzeptionell kann zum Beispiel auch ein Interview mit mehreren Kameras gefilmt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir haben zwei Perspektiven die das Interview optisch interessanter gestalten, und zusätzlich die Möglichkeit unbemerkt zu schneiden. Bei einem Interviewpartner, der sich oft verhaspelt oder verspricht, können diese Versprecher so kaschiert werden.

Natürlich müssen mehrere Kameras in der Regel auch von mehreren Kameramännern bedient werden. Und Personal kostet ebenso wie Technik.

Zusatz-Equipment: Gimbal, Slider, Dolly, Jib und Co.

Ein schönes Stilmittel im Video sind Kamerafahrten. Dabei bewegt sich die Kamera auf der horizontalen oder vertikalen Achse. Das gibt dem Bild eine gewisse Dynamik und kann – richtig eingesetzt – die Aussage des Bildes oder des Schnitts unterstreichen. Auch eine Kameraansicht, die zum Beispiel eine Person verfolgt, oder durch ein Firmengebäude führt, sind hochwertige Elemente in einem Video und heben sich vom Standard ab: Dem statischen Bild und dem Schwenk. Du möchtest einen Drohnen-Rundflug um dein Firmengelände? Kein Problem!

Für all diese Bilder benötige ich aber wiederum spezielle Technik, zum Beispiel einen Slider, ein Stabilisierungssystem für die Kamera, eine Drohne und, du ahnst es bereits:

Gute Technik kostet. Sie kostet auch Zeit um aufgebaut und eingerichtet zu werden. Für die Drohne benötige ich sogar eine zusätzliche Drehgenehmigung für das jeweilige Bundesland. Es muss sichergestellt sein, dass ich dort, wo ich fliegen möchte, auch fliegen darf. Das bedeutet: Ich muss den Flug anmelden.

Licht

In unserer Infografik (im ersten Teil des Beitrags) haben wir schon den Punkt „Licht“ lesen können. Licht hat zwei entscheidende Aufgaben: Aufhellen und gestalten.

Aufhellen ist in den meisten Fällen nötig, denn Kameras sind nicht so Lichtstark wie unser menschliches Auge. Was für uns noch hell und klar erkennbar erscheint, ist in der Kamera meist schon zu dunkel. Bilder, die schlecht zu erkennen sind, kannst du dir sparen! Das bedeutet, dass in den meisten Fällen wenigstens mit einer minimalen Ausleuchtung zu rechnen ist.

Mit Licht können aber auch unterschiedliche Stimmungen erzeugt, Aussagen unterstrichen oder Personen „ins rechte Licht“ gerückt werden. Aber jeder Lichtaufbau dauert seine Zeit. Die Gegebenheiten vor Ort müssen sorgfältig in Augenschein genommen, die Scheinwerfer ausgerichtet und angepasst werden.

Wir merken also: Gute Technik kostet Geld und Zeit, wobei Zeit wiederum Geld kostet – aber der Aufwand lohnt sich! Habe ich also nur ein kleines Budget, möchte aber trotzdem eine sehr hochwertige Bildqualität erreichen, bleibt mir nur eine Möglichkeit: Ich muss ein Konzept entwerfen, das leicht und mit wenig Aufwand zu verwirklichen ist – denn am Konzept sparen wir nicht, das haben wir bereits gelernt!

Ton

Gerade bei einem Interview ist guter Ton entscheidend. Das schönste Bild hilft mir nicht, wenn mein Interviewpartner nicht zu verstehen ist. Deshalb wird in Fällen, in denen der Kameraton nicht ausreicht, auch jemand abgestellt (Ton-Assistenz), der den Ton auf die richtige Lautstärke pegelt.

Hinter der Kamera bei einem Interview-Dreh #latergram

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6. Wir brauchen was zum Filmen: Locations, Darsteller, Requisiten…

Wir wissen bereits welche Art von Video wir benötigen, wir kennen das genaue Konzept, haben es auf den budgetären Rahmen geprüft, und wissen welche Qualitätsstufe und wie viele Kameras wir haben möchten und ob eventuell Zusatzequipment benötigt wird. Nun brauchen wir natürlich etwas, das wir filmen können!

Bei einem Interview oder einer Event-Dokumentation ist das relativ einfach: Wir benötigen einen Interviewpartner, eine Location und eventuell einige passende Requisiten im Hintergrund des Bildes. Da in unserem Fall die meisten Interviews aber vom Unternehmen direkt beauftragt werden, sind all diese Punkte vorhanden. Bei der Event-Dokumenation liegt es ja in der Natur der Dinge bereits all das vorzufinden.

Die Planung beim szenischen Arbeiten

Bei anderen Videoarten allerdings wird es komplizierter: Für viele Drehorte, solange sie sich nicht im Firmen- oder Eigenbesitz befinden, wird eine Drehgenehmigung benötigt. Und irgendjemand muss sich darum kümmern, dass diese Genehmigung vorliegt!

Letztes Foto von Drehtag #1 für #leatherman #canon #c100 #video #videoproduction #youtube

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Das szenische Arbeiten ist mit Sicherheit die planungsintensivste Videoart. Du möchtest einen Schauspieler, der sich durch unterschiedliche Locations bewegt und dabei einen pfiffigen Text zur Bewerbung des YouTube-Channels von sich gibt? Kein Problem!

  • Wir müssen die richtigen Locations finden und eine Drehgenehmigung einholen
  • Wir müssen den passenden Schauspieler finden, denn nein: Ein Mitarbeiter der Firma kann das (in den meisten Fällen) nicht übernehmen. Wir bieten aber generell Video-Coachings für Mitarbeiter oder den Chef an!
  • Wir müssen unterschiedliche Kleidung für die unterschiedlichen Locations recherchieren und erwerben.
  • Eventuell sollen andere Personen im Hintergrund des Bildes zu sehen sein. Diese müssen gefunden, engagiert und bezahlt werden.
  • Wir müssen einen Visagisten engagieren. Zum Glück haben wir mit Steffi da auch gleich jemanden im Team.

Das sind nur ein paar Punkte, die organisiert werden müssen, obwohl hier nur mit einem Schauspieler gearbeitet wird und wir keine zusammenhängende Geschichte erzählen.

Special Effects beim Dreh

Weitere konzeptionelle Vorgaben können schnell das Budget sprengen. Eine Brandsimulation, zum Beispiel, muss aufwändig geplant und durchgeführt werden, um realistisch zu wirken. Für einen Darsteller, der im Regen stehen soll, reicht keine „Gießkanne gefüllt mit Wasser“, die ein Produktionsmitarbeiter auf einer Leiter stehend über dem Darsteller ausgießt (insofern es realistisch und nicht humorvoll sein soll 😉 ). Das gesamte Team kann natürlich auch auf echten Regen warten, aber Wartetage, an denen sich alle Beteiligten auf Abruf halten, kosten ebenfalls.

Das Wetter

Der Regen führt mich zum nächsten Thema: Der Außendreh. Der Firmensitz soll im Sonnenschein gefilmt werden, aber das Video muss unbedingt bis Ende Februar fertig werden? Der Drehtermin ist im Januar. Meint es das Glück nicht gut mit uns, kann davon ausgegangen werden, dass noch ein zusätzlicher Drehtag eingeplant werden muss, an dem ein Kameramann zur Location fährt. Doppelter Aufwand und doppelte Fahrkosten.

Bei Außendrehs kann viel passieren:
Regen, wo kein Regen sein soll.
Kein Regen, wo Regen benötigt wird.
Zu viel Wind, zu wenig Wind.
Zu wenig Sonne, zu starke Sonne.

„Aber Filmproduktionen drehen doch auch bei jedem Wetter, da gibt es doch Mittel und Wege!“ Klar gibt es die:

  • Wenn der Kunde bereit ist, eine über mehrere Quadratmeter reichende Traverse aufzubauen, mit einer Schlauchinstallation daran befestigt, und eine Wasserzufuhr organisiert die Regen simuliert
  • Oder eine sehr starke Windmaschine bezahlt, die Wind simuliert
  • Oder Highclass-Scheinwerfer in das Budget einplant, die transportiert und von 2 Personen aufgebaut werden müssen (denn alleine der Scheinwerfer wiegt zwischen 20 und 40 Kg!)

Fast alles ist möglich!

Drehen mit Kindern und Tieren

Ein Konzept, das die Integration von Kindern oder Tieren vorsieht, ist IMMER aufwändig. Natürlich: „Kinder und Tiere ziehen immer“, ist auch ein Spruch, den man in der journalistischen Ausbildung mehrfach zu hören bekommt. Allerdings gibt es einige Stolpersteine und eine Menge organisatorischen Aufwand.

Beim Dreh mit Tieren sollte stets ein zusätzlicher Zeitpuffer eingeplant werden, selbst die best-trainiertesten tierischen Darsteller haben oftmals ihren eigenen Kopf und „funktionieren“ nicht auf Anhieb.

Für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 16 Jahren muss eine behördliche Drehgenehmigung eingeholt werden. Diese Genehmigung kann ein gewisses Zeitkontingent in Anspruch nehmen, da unterschiedliche Unterschriften eingeholt werden müssen und das Drehbuch eine Prüfung durchläuft. Liegt die Genehmigung dann vor, dürfen Kinder nur für einige Stunden am Drehort sein. Alleine deshalb kann solch ein Dreh schnell mehrere Tage in Anspruch nehmen, wo sonst nur ein bis zwei Tage nötig gewesen wären.

7. Postproduktion: Ergebnis aller vorherigen Schritte

Videoschnitt

Die Postproduktion ist der letzte Schritt zum fertigen Video. Hier wird – je nach Videoart – das Material unter redaktionellen und bildästhetischen Aspekten ausgewählt und montiert. Hier gilt der Grundsatz: Je mehr Material, desto länger die Auswahlphase! Schließlich sollen ja nur die besten Bilder oder Inhalte ins Video kommen.

Farbkorrektur

Der nächste Schritt ist die Farbkorrektur. Die einzelnen Bilder werden in Farbe, Helligkeit und Kontrast einander angeglichen, je nach Bedarf wird ein eigener Bildstil entwickelt, der über alle Bilder gelegt wird (Extrembeispiel: SinCity). Die Farbkorrektur nimmt Zeit in Anspruch. Natürlich kann auf diesen Arbeitsschritt verzichtet werden, aber alle vorherigen Bemühungen laufen hier gegen eine Wand, wenn schlussendlich nicht das Beste aus den Bildern herausgeholt wird. Das folgende Beispiel zeigt eindeutig den Unterschied von „gegradetem“ und nicht“gegradetem“ Material.

VorherNachher815

Ton

Auch der Ton wird in der Postproduktion bearbeitet. Es werden Filter über die Audiospur gelegt, die Störgeräusche entfernen und der Stimme „schmeicheln“.

Apropos Ton! Soll das Video einen OFF-Ton enthalten, also eine eingesprochene Tonspur, muss auch ein Sprecher oder eine Sprecherin engagiert werden. Diese Tonspur wird dann ebenfalls über das Video gelegt. 

Musik ergänzt jedes Video und untermalt Stimmungen, man kennt dies aus Spielfilmen. Oftmals schalte ich den Ton aus, wenn mir eine Szene zu unheimlich wird, das Bild aber schaue ich weiter. Für Musikstücke müssen Lizenzen erworben werden, bei bestimmten Tracks müssen sogar GEMA-Gebühren gezahlt werden. Allerdings ist Musik kein Punkt an dem gespart werden sollte, da sie das Video lebendig werden lässt. Qualitativ hochwertige Stücke gibt es aber bereits für Lizenzgebühren.

Grafiken

Gerade im Social-Media-Bereich sind Grafiken essentiell für die Adaption des Videos.

Thumbnails: Das Vorschaubild eines Videos im Social Web

Wir benötigen Thumbnails (ein Vorschaubild) für das Video. Wird manuell kein Thumbnail hinzugefügt, wählen die Player der einzelnen Plattform selbstständig ein Vorschaubild, das zu sehen ist bevor das Video anläuft, bzw. bevor der Zuschauer auf Play klickt. Diese automatisch ausgewählten Bilder sind im besten Fall wenig aussagekräftig, im schlimmsten Fall sind sie sogar missverständlich oder zeigen Protagonisten mit einem sehr peinlichen Gesichtsausdruck. Wird ein Thumbnail grafisch erstellt können wir nicht nur das gezeigte Bild selbst bestimmen, wir können dem Video einen aussagekräftigen Titel geben und all das sogar im jeweilige Corporate-Design gestalten. In einem Ratgeber erklären wir die mehr zu diesem Thema.

Youtube-Thumbnails_Stifterverband

Texteinblendungen

Typografische Einblendungen, die die wichtigsten Aussagen des Videos noch einmal hervorheben oder Zusatzinformationen geben sind zum Einen ein gutes Mittel, da wir so eine zusätzliche Kommunikationsebene schaffen. Je mehr Ebenen, desto höher die Aufmerksamkeit und das Erinnerungsvermögen zu den jeweiligen Inhalten. Zum Anderen starten einige Plattformen wie Facebook oder Instagram Videos ohne Ton, dieser muss erst vom Betrachter manuell angeschaltet werden. Um diesem Betrachter allerdings schon zuvor eine Idee vom Inhalt zu vermitteln und ihn so zu animieren, den Ton anzuschalten, sind Einblendungen ein gutes Mittel, insofern man keine Untertitel hinzufügen möchte.

WAVIN_Seitentafel-Untertitel

Beispiel-Screenshot eines Facebook-Videos mit Seitentafel und Untertitel-Funktion

Call-to-Actions

Natürlich können wir durch Text oder Grafik auch den Betrachter dazu bewegen, nach dem Anschauen des Videos das zu tun, was wir ja mit der Produktion des Videos verfolgt haben: „Mehr Infos auf unserer Homepage“, „Gehe direkt zum Shop“, „Hilf auch du“ oder „Buche jetzt dein Action-Abenteuer“ sind nur einige Beispiele. Viele Plattformen bieten diese Funktion am Ende des Videos an. Durch die Einbindung von Grafiken kann ich diese CTA’s aber so gestalten, wie ich sie haben möchte und bei Bedarf auch schon mitten im Video anbringen. Für Facebook-Videos gibt es dazu einen Ratgeber bei uns im Blog.

Call-To-Action-im-Video

Der Preis ist…. HEISS

„Was kostet eigentlich so ein Video?“, war unsere Eingangsfrage. In beiden teilen des Beitrags haben wir einige Faktoren kennengelernt, die absolut notwendig für die Videoproduktion sind und andere zusätzliche Faktoren, die die Qualität des Videos steigern oder durch die Wahl der Videoart entstehen (szenisches Arbeiten mit Darstellern). Ja aber, was kostet denn jetzt ein Video? Wer diese Frage nun immer noch so stellt, hat nicht aufmerksam gelesen! Die Frage sollte immerhin lauten:

„Ich plane ein Dialogvideo mit zwei Personen bei uns im Hause. Da das Video zu einem für uns sehr wichtigen Thema ist, sollte es auch wirklich professionell rüberkommen. Was kostet so etwas?“

Auf solch eine detaillierte Frage kann ich eine Antwort geben und werde dir wahrscheinlich zwei bis drei unterschiedliche Möglichkeiten aufführen, das Video zu produzieren – mit jeweiligen Kostenabschätzungen!

Wer nun den Test-Anruf machen möchte…
Unsere Rufnummer: 0201-54559054