Genre_officewars_lichtschwerter

Was bedeutet Genre? Wie geht Star Wars damit um? Und wie kann ich mir das in der Unternehmenskommunikation zu Nutze machen? Das erklären wir anhand unserer hauseigenen #OfficeWars-Saga!

[white_box]Unserer Blog-Serie zu #OFFICEwars:
1. OFFICEwars (Teil 1) Worum gehts? (Warum wir diese Aktion gestartet haben)
2. OFFICEwars (Teil 2) Die Macht des Genres (Dieser Teil)
3. OFFICEwars (Teil 3) Die Sprache der Bilder
4. OFFICEwars (Teil 4) Bald…
5. OFFICEwars (Teil 5) Bald! 😉 [/white_box]

#OfficeWars im Kopfkino

https://vine.co/v/iaz65QZadDX

Wie unsere geneigten Leser schon vor wenigen Tagen in diesem Blog-Beitrag lesen konnten, toben bei uns zur Zeit die #OfficeWars. In Anlehnung an die originale Star Wars-Trilogie beschäftigen wir uns mit dem gestalterischen Rahmen dieser Filmreihe und möchten versuchen, einzelne Aspekte unter die Lupe zu nehmen, die eine Allgemeingültigkeit in der Kommunikation mit visuellen Medien, also auch der Kommunikation via Video, besitzen.

Was ist ein Genre?

Bei der Erschaffung seines Filmuniversums hat Autor, Produzent und Regisseur George Lucas ganz bewusst auf bereits bestehende Elemente aus verschiedenen Kulturen des Erzählers zurückgegriffen. Neben Versatzstücken aus verschiedenen Mythologien und Religionen, hat er sich auch an erzählerischen Konventionen verschiedener Filme bedient, die wahrscheinlich schon klein George begeistert haben. Diese gestalterischen und erzählerischen Konventionen und Regelwerke unterscheidet man in sogenannten Genres. Wem der Ausdruck fremd sein sollte: Es handelt sich quasi um die „Gattung“ eines Filmes, oder auch: Was in der Fernsehzeitschrift unter dem Filmtitel steht. Zum Beispiel: Fantasy, Action, Western oder Romanze.

Natürlich sind Filmgenres nicht das „Malen nach Zahlen“ für angehende Filmemacher, aber Filme mit ähnlichen Settings und Geschichten inspirieren sich aneinander und haben die Angewohnheit, sich in ähnlichen Figuren, Plotpunkten und Bildern auszudrücken. Dies kann man sich auch für Webvideos zunutze machen – aber dazu später mehr.

Star Wars – Einmal mit alles bitte!

Nehmen wir uns also Star Wars zur Brust: Unter welches Genre fallen diese Filme? Ganz generell werden sie oft dem Science-Fiction- oder Science-Fantasy-Genre zugeordnet. Im Großen und Ganzen erscheint der Fall ja auch recht klar: Weltraum? – Check! Raumschiffe und Roboter? – Nochmal check!  Eine Abbildung der Zukunft? – Klaro, oder? Nicht so schnell! Heißt es zu Beginn der Filme nicht immer „…vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxie“? Bei genauerer Betrachtung wird es nämlich plötzlich ganz schön unübersichtlich: Ritter und Prinzessinnen? Tyrannen? Ein Bauernjunge, der vom großen Abenteuer träumt? Staubige Saloons? Kopfgeldjäger? Prophezeihungen?

Tatsächlich besteht Star Wars in seinen Innereien aus sehr vielen Genre-Referenzen: Es trägt Merkmale klassischer Märchen in seinem Setting („Es war einmal…“), wie etwa den Kampf zwischen Gut und Böse, den märchenhafte Charaktere, wie Ritter, Magier und eine zu rettende Prinzessin, mit Schwertern austragen. Nur tragen unsere Ritter und Bösewichter dabei meist keine mittelalterlichen Rüstungen, sondern lange Gewänder, Roben und Kapuzen, wie wir sie von Samurai-Streifen aus Fern-Ost kennen (Eastern). Dazu kommen Situationen und visuelle Leihgaben, die eindeutig dem Westerngenre entstammen: Das einsame Duell zweier Rivalen, weitläufige Landschaften wie (Eis)Wüsten, gesetzlose Zwigestalten, die man in verruchten Bars für illegale Aktivitäten anheuert und in denen man vergeblich auf freundlichen Service wartet.

Auch die Weltraumschlachten pfeiffen darauf, langsam umherdriftende, unförmige Raumkapseln zu zeigen. Lieber bediente man sich Bildern ähnlich denen von Luftschlachten, wie sie im zweiten Weltkrieg geführt und daraufhin im Kino verarbeitet wurden: Raumschiffe, die sich mit irrsinniger Geschwindigkeit verfolgen, eine vage Ähnlichkeit mit Flugzeugen haben und sich – entgegen dem leisesten Versuch des Realismus – auch so verhalten.

Wir haben diese Genrereferenzen im Zuge unserer #OfficeWars in einem kurzen Video persifliert:

All diese Einflüsse und geborgten Elemente, die oben aufgezählt stehen, kratzen aber lediglich an der Oberfläche. Durch die enorme Popularität dieser Filmreihe findet man im Internet Webseiten, die sich mit dem Aufdröseln und Zuordnen aller Einflüsse beschäftigen. Auch gibt es interessante Videos, die Szenen aus Star Wars ihren Quellen direkt gegenüberstellen.

Das Genre im Web-Video

Was aber hat das nun alles mit Webvideos oder gar der Unternehmenskommunikation zu tun? Sehr viel!

Wie eingangs erwähnt, gibt es bestimmte Konventionen in der Bewegtbildkommunikation, die zwar aus Film und Fernsehen stammen, aber auch in andere Medien überführt werden können. Durch eindeutige Stilmittel kann man beim Zuschauer Eindrücke wecken, die über das eigentlich Gezeigte weit hinausreichen. Im Fall des oben stehenden Videos nehmen wir Bezug auf Zusammenhänge und Geschehnisse, die im eigentlichen Video nicht zu sehen sind: Die Star-Wars-Saga. Auch wenn die Kostüme nicht korrekt sind, die Musik nicht original und die Handlung abgeändert ist, wird der Bezug schnell eindeutig. Es handelt sich um Muster und Assoziationen, die im Kopf des Zuschauers schon bereitliegen und lediglich durch Schlüsselreize abgerufen werden müssen. Hat man, wie es für Webvideos üblich ist, nur wenig Zeit, dem Zuschauer seinen Punkt zu vermitteln, ist es sehr nützlich, sich solcher Genre- und Charakterklischees zu bedienen. Das schließt das Brechen mit solche Klischees natürlich mit ein:

https://www.youtube.com/watch?v=pK2y4VxyLJo

Aber bleiben wir bei den ungebrochenen Klischees. Zum Beispiel stelle man sich folgende Szene vor: In einer schwarz-weiß-Aufnahme öffnet sich eine Türe mit trübem Milchglasfenster, und eröffnet uns den Blick auf ein düster verqualmtes Büro. Ein Ventilator dreht sich bedächtig an der Decke, eine fast leere Whiskey-Flasche steht auf einem Schreibtisch, auf dem die Füße eines Mannes ruhen, der, in seinen Sessel versunken, einen Trenchcoat mit aufgestelltem Kragen und einen Schlapphut auf dem Kopf trägt.

Auch wenn es zu keinem Zeitpunkt eindeutig gezeigt oder ausgesprochen wird, weiß der Zuschauer „aus Erfahrung“, dass wir es mit einem Privatdetektiv der alten Schule zu tun haben, da wir alle Register und Klischees aus dem entsprechenden Noir-Genre aufgegriffen haben. Auch wenn der Zuschauer noch nie einen solchen Film in Gänze gesehen haben mag, so kann man dennoch davon ausgehen, dass er zumindest das Klischee dieses Genres erkennt, und dass er auch den dramatischen „Ballast“ erahnt, den diese Figur mit sich herumträgt.

Warum Genre-Klischees nützlich sind

Der Vorteil ist klar: Wir mussten keine Zeit aufwenden, ihn bei seiner Arbeit zu zeigen, oder ihn durch einen anderen Charakter als Detektiv benennen zu lassen. Stattdessen haben wir uns einer Gestaltung bedient, die dem Zuschauer Informationen und Gefühle ins Gedächtnis ruft, die dort schon längst vorhanden sind. Möchte man einen originellen und komplexen Charakter entwerfen, ist diese Herangehensweise natürlich kontraproduktiv; in der Welt der Webvideos aber ist es ein unerlässliches Werkzeug, sich über diese Genre-Konventionen und die Sprache der Bilder im Klaren zu sein, um sie gezielt zur Kommunikation einzusetzen.

Ein Beispiel aus unserem Sortiment findet sich in einem Video, das wir kürzlich für den Fremdsprachenwettbewerb von Bildung & Begabung hergestellt haben:

#Videopremiere: #Gaffer – Onlookers Aren’t Part Of A Film Crew In English. @bildungbegabung hat mal wieder einen Kurzfilm für den #Bundeswettbewerb #Fremdsprachen gedreht. Dieses Mal für den #TEAMBERUF. Was haben #Gaffer am #Filmset zu suchen? Die Antwort gibt’s im #Fremdsprachenclip. Auf www.bundeswettbewerb-fremdsprachen.de/teamberuf können sich #Azubis und #Berufsschüler bis zum 28. Februar für die neue Runde im #TEAMBERUF anmelden. #Sprachen #fremdsprachen #vielfalt #talent #gaffer #fremdsprachenclip #TEAMBERUF #bwfs #instagood #dreh #filmset #regisseur @telefonmann_87 #Produktion @kreativeskk #Kamera @jaime_mourato #makeup @diemagd #watchthemovie #movie #webvideo #filmset #camera #cam #actress #actor

Ein von Bildung & Begabung (@bildungbegabung) gepostetes Video am

Wir müssen nicht lange erklären, wo wir uns befinden und wer die Personen sind, denn der „Filmstar“ im Video erinnert an den klassischen Hollywood-Filmstar vergangener Tage: Mit elegantem Kleid und einer engelsgleichen Chorona um den Kopf. Natürlich tut das abgebildete Filmset sein Übriges. Würde man aber das Starlet durch eine alltäglich gekleidete Frau ohne „Heiligenschein“ ersetzen, (und auch diese existieren in der Realität als Schauspielerinnen) wäre dem Zuschauer nicht sofort und eindeutig klar, was er gerade betrachtet.

Genres und deren Klischees sind für szenische Webvideos ein wahrer Schatz, der mit Wissen und Verstand um Bewegtbild geborgen werden will. Im nächsten Teil unserer #OfficeWars-Reihe beschäftigen wir uns mit der Bildsprache, natürlich mit einem weiteren Video aus unserer eigenen #OfficeWars-Saga!

[white_box]Unserer Blog-Serie zu #OFFICEwars:
1. OFFICEwars (Teil 1) Worum gehts? (Warum wir diese Aktion gestartet haben)
2. OFFICEwars (Teil 2) Die Macht des Genres (Dieser Teil)
3. OFFICEwars (Teil 3) Die Sprache der Bilder
4. OFFICEwars (Teil 4) Bald…
5. OFFICEwars (Teil 5) Bald! 😉 [/white_box]

Folgt uns auf Youtube, Instagram, Vine, Twitter, Facebook und Gerd auf Periscope + Snapchat um alle #OFFICEwars-Update zu erhalten. Möge die Macht mit Dir sein! Wer sofort mehr Video-Spaß von uns sehen möchte, sollte sich unsere HalloVine-Videos auf YouTube anschauen und unseren Newsletter ABONNIEREN. 😉