Auf Messen stellen Aussteller gerne ihre Großmaschinen aus, um Messebesucher zu beeindrucken. Doch große Messestände kosten viel Geld. Mit dem Einsatz von 360-Grad-Videos und Virtual Reality (VR) kann es auch anders gehen. Wie genau das Messerlebnis für Besucher erweitert werden kann, erklärte ich Frank Eilers, Keynote Speaker und Visionär, in einem gemeinsamen Podcast-Gespräch für KopfKino.ruhr.

Mit 360-Grad-Videos und VR können lässt sich nicht nur Fläche sparen oder anders nutzen. Auch das Messeerlebnis verändert sich und (Verkaufs)Gespräche werden intensiver und fruchtbarer.

360-Grad-Videos und VR im Messeeinsatz

Man kann das Alte mit dem Neuen verbinden: Auf dem Messestand steht eine Maschine, die von Besuchern hautnah betrachtet werden kann. Alle weiteren Maschinen, Produkte und Dienstleistungen präsentiert der Aussteller Mithilfe von 360-Grad-Videos und/oder VR-Brillen. Der Aussteller spart sich aufgrund des kleineren Stands Geld, kann aber gleichzeitig mithilfe neuer Technologien weitaus mehr präsentieren.

„Die alten Technologien werden nicht verdrängt. Du hast noch eine Maschine. Die stellst du live hin. Aber die anderen 27.000 Varianten, die kannst du ja dann mit VR machen.“ – Frank Ehlers

Der Kunde schafft sich ein individuelles Erlebnis, in dem er sich Maschinen und Produkte mithilfe einer VR-Brille auf seine Art und Weise anschaut. Damit ist dem Besucher weitaus mehr geboten als mit einem klassischen Aufbau. Aufgrund des vielseitigen Angebots ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Aussteller noch mehr Besucher mit seinem Messeanstand anzieht als zuvor.

360 Grad Video

360-Grad-Video auf der Messe. Beispiel: K+S mit einer Samsung Gear VR.

Einer meiner Kunden hatte so jeden Tag bis zu 50 Besucher oder mehr an seinem Stand – nicht zuletzt, weil sie alle das Video mit der VR-Brille erleben wollten. Da immer zwei bis drei Personen gleichzeitig am Stand waren, konnte nur eine Person die VR-Brille nutzen. Um den beiden anderen Besuchern einen Mehrwert zu bieten, war die VR-Brille an einen Monitor angeschlossen. So konnten die Besucher das Video auch erleben und zwar aus der Perspektive des VR-Brillen-Trägers.

„Kostenersparnis durch kleinere Messestände. Das heißt ja nicht, dass du eine schlechtere Kontaktqualität auf dem Messestand hast. Sondern, dass du tatsächlich am Ende mehr zeigen und damit auch eine bessere Kontaktqualität erreichen kannst.“ – Gerhard Schröder

Den Aufbau eines Messestands zu filmen ist eine weitere Möglichkeit, Video auf Messen einzusetzen. Hierfür wurde beispielsweise der komplette fünf wöchige Messestandaufbau eines Kunden gefilmt. Der Stand hatte eine Kantenlänge von 64 Meter auf 64 Meter. Der Aufbau des gesamten Stands konnte auf Video gebannt und als Zeitraffer für diverse Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen verwendet werden.

VR für den Einsatz im Vertrieb

Auch das Vertriebsgespräch kann durch den Einsatz von VR verbessert werden. Die klassische Situation: Man sitzt zu viert am Tisch. Üblicherweise fallen Reisekosten an, wenn man zum Kunden muss. Wie wäre es, wenn jeder in seinem Büro bleibt?

Jeder Gesprächsteilnehmer schaltet seine VR-Brille ein. Alle sitzen an einem virtuellen Tisch, Personen werden in diesem Raum mithilfe von Avataren dargestellt. Videos und andere Informationen können in diesem virtuellen Meeting-Raum schnell und leicht miteinander geteilt und diskutiert werden. Weitere Kollegen können problemlos via Video oder einer weiteren VR-Brille dazu geschalten werden. Es entsteht eine andere Kontaktqualität und Reisekosten können auch gespart werden.

„Irgendwann ist mir klar geworden, als Vertriebler verbringe ich viel Zeit unterwegs. Dabei kam ich auf die Idee: Es muss doch auch anders gehen.“ – Gerhard Schröder

Viele konservative Unternehmen, die auf Kundenkontakt setzen, können beispielsweise erst den Kontakt aufbauen und diesen dann mit der virtuellen Lösung vertiefen. Denn Empathie und andere Gefühle, die zum Beziehungsaufbau wichtig sind, funktionieren digital noch nicht so gut. Mit guten Kontakten können dafür virtuelle Rundgänge sofort gezeigt werden und man kann Zeit sparen, in dem man sich auch in digitalen Räumen zu Gesprächen trifft.

360-Grad-Videos und VR sind vielseitig einsetzbar: Ob im Einsatz von Messen, um das Messeerlebnis für Besucher zu verbessern oder virtuelle Meetings für Vertriebsgespräche zu nutzen, um beispielsweise Reisekosten zu sparen. Jedes Unternehmen kann für sich die besten Einsatzmöglichkeiten erarbeiten und umsetzen.

Mehr zum Thema auch in meinem Beitrag auf Medium.com:

https://medium.com/@PadLive/messen-der-zukunft-fokus-auf-kontakte-statt-flächen-2bad8f7385e9

Weitere Podcast-Folgen zum Thema Video-Marketing, AR und VR unter KopfKino.ruhr.