In unserem zweiteiligen Blog-Beitrag über die Kosten einer Videoproduktion sind wir gerade in Teil 2 (Technik, Locations, Darsteller, Postproduktion) vermehrt auf die szenische Produktion eingegangen. Warum? Das szenische Arbeiten ist die Königsklasse, da hier nicht nur beim Dreh selbst, sondern vor allem bei der Organisation und der Drehplanung der meiste Aufwand betrieben werden muss, um ein schönes Ergebnis zu erzielen. Trotz oder vielleicht gerade deshalb sind szenische Produktionen für uns immer etwas Besonderes, auf die wir uns freuen, denen wir geradezu entgegenfiebern!

Unser Making-of Video vom Dreh
“Heimat 
shoppen” aka “Handel belebt”

Ende Juli hatten wir wieder die Chance dieser großen Leidenschaft nachzugehen in einer Kleinstadt nahe Krefeld. Es war ein Dreh mit viel Sonne, mit Eis, das vom Boden gewischt wird, einer Tüte, die ein Eigenleben entwickelt und einer Kleinstadt, die mit angepackt hat.

Über “Heimat shoppen”

“Heimat shoppen” ist ein Projekt, das von der IHK Krefeld entwickelt wurde und in über 150 Städten und Gemeinden in sieben IHK-Bezirken in NRW stattfindet. Mit dieser Aktion soll die Bedeutung des Einzelhandels für die Städte und somit auch für jeden Einzelnen wieder in das Bewusstsein der Menschen gerufen werden. Kurz und knapp: Jeder kennt diese eine Kleinstadt in der nach  und nach immer mehr Geschäfte schließen, sei es durch große Einkaufszentren, die in der Umgebung eröffnet werden oder wegen großen Ketten, die dem kleinen Einzelhändler den Gewinn streitig machen. Dabei gibt der Einzelhandel jedem Einzelnen eine Menge zurück. Belebte Städte schaffen Lebensqualität, sie geben Raum zur Begegnung, fördern also soziale Kontakte. Außerdem sind es gerade die Einzelhändler, die lokale Vereine, Schulen und Kindergärten mit Spenden unterstützen. Und schließlich schafft der Einzelhandel ja auch Arbeits- und Ausbildungsstellen.

Der Zeitrahmen der Videoproduktion

Von der Entscheidung für eine szenische Produktion, über die Stoffentwicklung, die Drehplanung, den Dreh und die Postproduktion vergingen etwa 6 Wochen. Wir starteten mit einem Kreativ-Workshop beim Kunden am 01. Juli, in der ein grobes Videokonzept entwickelt werden sollte und lieferten das finale Video Mitte August ab.

Kreativ-Workshop = Konzeptentwicklung

Am 01. Juli trafen wir uns mit Vertretern der IHK Mittlerer Niederrhein, Standort Krefeld und Vertretern des Einzelhandels zu einem Kreativ-Workshop. Die Aufgabe: Gemeinsam sollte eine Videoidee entwickelt werden, die den Geist von “Heimat shoppen” transportiert. Solch ein Workshop ist nicht die Regel, war in diesem Fall aber sehr sinnvoll, da es bei dem Projekt viele unterschiedliche Akteure gibt. Das Konzept sollte dementsprechend im Sinne aller sein und eine Botschaft transportieren, in der sich alle wiederfinden.

Kostenfaktoren Kreativworkshop: Den Workshop leiteten wir mit zwei Personen (Marketing und Kreative Leitung), angesetzt war maximal ein Tag. Zu diesem Workshop gehörte natürlich auch eine ausführliche Vorbereitung, für die ein halber Tag angesetzt wurde.

Bevor es in die Kreativphase ging haben wir zunächst für alle Beteiligten eine gemeinsame Basis geschaffen und Fragen beantwortet, die zunächst jedem einfach zu beantworten schienen. Wer ist die Zielgruppe? Was ist das Ziel des Videos? Welche Botschaft soll das Video transportieren? Welche Ansprache soll das Video verwenden?

Die Zielgruppe war schnell definiert, geht die Lebensqualität in den Städten doch alle Bewohner an. Wir hatten also eine sehr weit gefasste Zielgruppe. Um eine Hauptbotschaft zu entwickeln, sammelten wir erst einmal alle Vorteile des Einzelhandels, pickten uns aus dieser Liste die für uns wichtigsten Aspekte heraus und vereinten diese unter einem Arbeitstitel: Einzelhandel belebt.

Außerdem wird schnell klar: Das Video sollte auf eine witzige Art mit interessanten Bildern dennoch einen wahren Kern transportieren und sollte dennoch nicht zu verrückt sein.

Auf diese Phase der Definition folgte dann endlich die Kreativphase – mit den üblichen Höhen und Tiefen – mit langweiligen und absolut überzogen Ideen (an dieser Stelle möchte ich nur das Stichwort „Zombieapokalypse“ nennen). Aber all diese geistigen Sackgassen konnten am Ende zu unserer finalen Video verschmolzen werden (bis auf die Zombie-Nummer): “Handel belebt!”

Das Videokonzept

  • Ein junger Mann geht durch die Straßen. Er geht langsam, sieht gelangweilt aus. Seine Kleidung ist unspektakulär, fast als wäre er unsichtbar, seine Harre zottelig.
  • Plötzlich wird sein Blick auf etwas am Straßenrand gelenkt. Er schaut verdutzt. 
  • Wir sehen eine Papiertüte mit dem “Heimat shoppen”-Logo, die zuckt und zittert.
  • Der junge Mann geht auf die Tüte zu und versucht sie zu greifen, die Tüte schnellt zurück. 
  • Beim zweiten Versuch greift er den Henkel der Tüte – in diesem Moment schnellt die Tüte nach oben und nach vorne und reißt den Protagonisten mit sich.
  • Es folgt eine Sequenz in der unser Protagonist von der Tüte durch die Innenstadt einer Kleinstadt gezogen wird. Dabei nimmt er immer mehr aus den kleinen Laden mit und durchläuft so auch selbst eine Verwandlung: Er bekommt er ein neues Outfit und eine neue Frisur. Diese Verwandlung zeigt sich in seiner Mimik, in seiner Körperhaltung, in seiner Ausstrahlung und in der Farbe des Bildes, das von trist und dunkel zu farbig und hell wechselt. Dass die Tüte den jungen Mann aber nicht planlos durch die Stadt führt, sondern ein Ziel verfolgt, zeigt sich in der letzten Sequenz.

Das Drehbuch

Die nachfolgende Arbeit bestand nun darin, dieses Konzept der Videoproduktion auszuarbeiten, die einzelnen Bilder festzulegen und natürlich immer und immer wieder zu prüfen, ob sich denn alles mit dem gegebenen Budget realisieren lässt. Hierbei war eine der wichtigsten Fragen: Können wir unser Drehpensum an einem Tag realisieren?

Kostenfaktor Drehtage: Jeder Drehtag kostet. Kameramann und Katerassistenz und Technik müssen bezahlt werden und bei einer szenischen Produktion kommt natürlich noch viel mehr hinzu! Die Maske, der Hauptdarsteller und die Komparsen werden für einen weiteren Tag verpflichtet, und Drehgenehmigungen müssen für mehrere Tage eingeholt werden. Zusätzlich muss die Planung und die Drehorganisation (Abfolge der Szenen, Terminfindungen etc.) für einen zusätzlichen Tag gemacht werden. Aus all den genannten Gründen planten wir von vorne herein mit nur einem Drehtag, das Konzept musste also dementsprechend konzipiert werden.

Nach etwa einer Woche stand das Drehbuch, das nun noch zur Abnahme zum Auftraggeber geschickt wurde. Da die IHK keine großen Änderungen mehr wünschte, starteten wir in die Drehvorbereitungen. Natürlich mussten wir bei den Dreh-Locations – also den Geschäften – im Konzept zunächst ins blinde Arbeiten, wußten wir ja noch nicht, in welcher Stadt wir drehen würden.

Kostenfaktor Drehbuch: Beim Schreiben des Drehbuchs muss jede Szene bereits im Vorfeld auf ihren Kostenfaktor geprüft werden. Geschieht dies erst im Nachhinein, wenn das Drehbuch fertig ausformuliert ist, läuft man Gefahr, noch einmal von vorne anfangen zu müssen. Denn gerade bei einem Kurzvideo, das vergleichsweise wenig Szenen im Gegensatz zu einem Spielfilm besitzt, bauen alle Szenen aufeinander auf. Muss nun im Nachhinein eine Szene aus Kostengründen wieder gestrichen oder durch eine andere ersetzt werden, kann es passieren, dass die nachfolgenden Szenen so keinen Sinn mehr ergeben, oder der besondere Kniff verloren geht. In unserem Fall bedeutete dies vor allem, mit Geschäften zu planen, die in wirklich jeder Kleinstadt vorhanden sind. Eine saubere und durchdachte Arbeit am Drehbuch ist also nicht nur reine Kreativarbeit, sie legt bereits den Grundstein für ein Projekt, das im Kostenrahmen bleibt.

Drehort

Das zunächst wichtigste war unser Drehort. Da nur ein Drehtag vorgesehen war, benötigten wir eine ansehnliche Kleinstadt, in der der Dreh organisatorisch umzusetzen war und in der wir eine breite Vielfalt an  Geschäften vorfinden konnten. Zum Glück ergab sich beim zweiten Treffen am 13. Juli mit der IHK Krefeld schnell eine Lösung und direkt nach dem Treffen fuhren wir nach Willich-Schiefbahn, einer wunderschönen Kleinstadt nahe Krefeld.

Kostenfaktor Drehort: Passende Drehorte zu finden, kann mitunter recht zeitaufwändig werden. Sind alle nötigen Faktoren für die Location(s) definiert, geht es zunächst an die Recherche. Hier schöpft man natürlich zunächst aus dem eigenen Erfahrungsschatz, bzw. den eigenen Ortskenntnissen: „Kenne ich vielleicht eine Location, die ins Konzept passen würde?“ Bringt das keine Erfolge folgt die klassische Internet- bzw. Telefonrecherche. Hat man auf dem ein oder anderen Weg passende Orte gefunden, müssen diese dann besichtigt werden, um ihre Tauglichkeit für die jeweiligen Zwecke zu prüfen. Hier geht es nicht nur darum, ob die Location optisch passt. Haben wir genug Möglichkeiten Kamera und Licht zu platzieren? Wie verhält es sich mit den Umgebungsgeräuschen? Eine super Location, neben einer Betonfabrik macht wenig Sinn, wenn wir beim Dreh Originalton aufzeichnen müssen. Bei Außendrehs spielen auch das Licht eine wesentliche Rolle: Wie wird die Sonneneinstrahlung sein? Liegt unsere Location vielleicht im Schatten? Je nach Konzept muss dann nämlich mit teurem Equipment und Manpower entweder die Sonne abgeschirmt oder künstlich aufgehellt werden. Schlußendlich ist auch der Charakter der Location bezüglich Eigentumsverhältnisse und Publikumsverkehr von entscheidender Bedeutung. Handelt es sich um einen öffentlichen Platz mit viel Publikum muss ich in jeder Einstellung das Recht am eigenen Bild der jeweiligen Personen beachten oder den Bereich sperren lassen, was wiederum mit Kosten verbunden ist. Außerdem benötige ich, handelt es sich bei der Location nicht um Privatbesitz des Auftraggebers eine Drehgenehmigung (plus Sondernutzungserlaubnis und ggfs. notwendiger Umleitungen für Absperrbereiche), die je nach Location die Kosten nach oben treiben kann.

Mit der Entscheidung für Willich-Schiefbahn hatten wir eine perfekte Lösung gefunden. Durch die Unterstützung des Vorsitzenden der örtlichen Werbegemeinschaft wurden in Windeseile alle Ladenbesitzer informiert und Statisten aus der Kleinstadt organisiert. Zusätzlich informierten Artikel in der Tageszeitung die Bewohner von Willich-Schiefbahn über den geplanten Dreh.

Schauspieler

Bereits in der Entwicklung des Konzeptes hatten wir einen Schauspieler für die Hauptrolle im Kopf. Jemanden, der sowohl die Verwandlung des Protagonisten gut verkörpern konnte und dem man auch eine gewisse Stummfilm-Mimik und -Körperbeherrschung zutraute: Maximilian Strestik. Wir haben bereits mehrfach mit Max zusammengearbeitet und greifen immer gerne auf ihn zurück. Das Arbeiten mit ihm ist unkompliziert, er ist zuverlässig, setzt das Konzept und die Regieangaben schnell und auf den Punkt um und zusätzlich passt auch das Menschliche, was für die Stimmung am Set wirklich wichtig ist. Das einzige Problem war die Terminfindung, da Max zu diesem Zeitpunkt bei einem Theater für mehrere Produktionen unter Vertrag stand. Zum Glück konnten wir einen Termin festlegen, der sowohl den Ladenbesitzern passte und sich mit der Straßensperrung arrangieren lies, da diese nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich war.

Die Nebenrolle sollte eine ältere Dame aus dem Bekanntenkreis der Auftraggeber übernehmen. Mit Laiendarstellern zu arbeiten, stellt natürlich immer ein gewisses Risiko dar: Reicht die schauspielerische Leistung aus bzw. wie lange muss an den Szenen gefeilt werden bis die Leistung zufriedenstellend ist? Können wir unseren Zeitplan halten? Bei der Arbeit mit Edith Max stellten sich all diese Fragen glücklicherweise nicht, ihre Leistung hat unsere Erwartungen sogar noch übertroffen und so konnten wir nicht nur den Zeitplan halten, sondern auch durch eine weitere gut gelaunte Person am Set auch unsere Stimmung steigern.

Kostenfaktor Schauspieler: Natürlich arbeitet auch ein Schauspieler nur gegen Gage und natürlich kann diese Gage erheblich variieren. Diesen Punkt wollen hier aber außer Acht lassen, denn ob ein Laie, ein professioneller Schauspieler oder ein Götz George engagiert werden soll, ist bereits beim Start des Projektes klar. Einen passenden Schauspieler zu suchen kann aber unabhängig von der Gage erhebliche Auswirkungen auf die Kosten haben. Zuverlässigkeit ist das höchste Gebot bei der Auswahl. Denn erscheint der Schauspieler am Drehtag nicht oder sagt erst kurz vorher ab, gerät das gesamte Projekt ins Wanken. Ausfallhonorare und die Organisation eines weiteren Drehtages können die Kosten schnell verdoppeln. Das schnelle Umsetzen der Regieangaben und des Konzepts spart natürlich erheblich Zeit, mit Max benötigten wir pro Szene lediglich 2-3 Takes und konnten so den Dreh sogar früher als geplant abschließen. 

Maske

Für die Maske war unsere Produktionsassistentin Steffi Drensek zuständig. Ebenso wie beim Schauspieler ist auch die Auswahl des Visagisten wichtig für den Ablauf. Da wir bei diesem Dreh von einer Location zur anderen wanderten, gab es keinen festen Ort für die Maske. Steffi ist aber zum Glück in der Lage, in jeder Situation und an jedem Ort zu arbeiten, weshalb oftmals kurzerhand eine Bank zum „Maskenwagen“ umfunktioniert wurde und Steffi einfach mit dem Drehteam mitwanderte. Hätten wir jedesmal für die Maske einen festen Raum aufsuchen müssen, wäre einiges an Zeit verloren gegangen.

Requisiten und Kostüm

Die Liste für die Requisiten und Kostüm war überschaubar: diverse Kleinteile wie eine Sonnebrille, ein Eis oder ein eingepacktes Geschenk, sowie zwei Outfits für Max. Die Besorgung der Requisiten und der Kostüme übernahm in diesem Fall die IHK mit Hilfe einer von uns erstellten Liste. Dass der Auftraggeber diese Aufgabe übernimmt ist nicht üblich, allerdings konnten so Zeit und Geld eingespart werden: Einige der Händler stellten direkt passende Gegenstände zur Verfügung, so z.B. das Outfit von Max. Die Kleidung gibt es direkt so vor Ort zu kaufen. Außerdem hatte die IHK sichtlich Spaß daran, an der Gestaltung und der Organisation des Videos teilzuhaben, was im Interview mit Christin Worbs von der IHK Krefeld deutlich wird.

Kostenfaktor Requisiten und Kostüm: Natürlich sind die Kosten für Requisiten und Kostüm abhängig von der Verfügbarkeit und der Qualität. Diese Kosten richten sich in der Regel nach dem Gesamtbudget des Videos. Beispielsweise wird ein Auftraggeber mit einem Budget von 10.000 Euro eher selten die Hälfte dieses Budgets oder mehr für Requisiten ausgeben und aus diesem Grund bei der Bildqualität oder dem Konzept sparen. Diese Kosten müssen ebenfalls bereits bei der Erstellung des Drehbuches grob kalkuliert werden (siehe Kostenfaktor Drehbuch).

Der Drehplan

Da wir nur einen Drehtag eingeplant hatten, musste im zeitlichen Ablauf alles stimmen. Bei der Erstellung des Drehplans gab es allerdings einige Punkte zu beachten:

  • Der Großteil der Geschäfte lag in dem Straßenabschnitt, den wir für den Dreh sperren ließen. Diese Drehorte mussten nacheinander und im Zeitraum der Straßensperre gedreht werden.
  • Da unsere Drehorte zu Fuß abgearbeitet wurden, musste die Drehreihenfolge der Szenen zusätzlich so angeordnet werden, dass wir möglichst wenig Strecke zurücklegen mussten.
  • Außerdem musste die Verwandlung des Schauspielers beachtet werden, also unser Szenenablauf so gelegt werden, dass wir Max nicht immer wieder umziehen oder umstylen mussten. So wurde unserem Protagonisten zum Beispiel im Laufe des Videos ein neuer Haarschnitt verpasst. Dementsprechend mussten alle Szenen, die im Video nach dem Friseurbesuch kamen, auch in unserem Drehplan danach angeordnet werden, um Anschlußfehler zu vermeiden.
  • Zwei Geschäfte, vor denen wir drehen wollten, waren lediglich bis 13 Uhr geöffnet, diese mussten also, obwohl sie nicht im abgesperrten Straßenabschnitt lagen, in diesem Zeitraum abgedreht werden.
  • Unser Protagonist erhält an jedem Geschäft einen Gegenstand, zum Beispiel eine Sonnenbrille, neue Schuhe, ein verpacktes Geschenk usw. Im Drehplan musste also vermerkt sein, in welcher Szene er welche Gegenstände bei sich trägt, um der Kontinuität gerecht zu werden.
Kostenfaktor Drehplan: Es liegt auf der Hand, dass die Erstellung eines Drehplans, der alle Faktoren und Eventualitäten berücksichtigen muss, Zeit in Anspruch nimmt. Wie ich aber bereits in dem Blog-Beitrag „Was kostet ein Videoproduktion?“ Teil II deutlich gemacht habe, macht sich diese Arbeit bezahlt. Selbst bei wenigen Szenen empfiehlt es sich, diese nach zeiteffizienten und somit auch kosteneffizienten Aspekten anzuordnen und nicht einfach nur chronologisch abzufilmen. Es empfiehlt sich, alle Szenen an einer Location hintereinander abzufilmen unabhängig davon, ob sie auch in dieser Reihenfolge in das fertige Video geschnitten werden. Denn ein Locationwechsel nimmt immer Zeit in Anspruch. Durch die Erstellung eines Drehplans kann auch genauer auf einzelne Zeitfenster eingegangen werden. Wann ist welcher Schauspieler verfügbar, wann welche Location? Wann wird bestimmte Technik benötigt? Alle wichtigen Informationen, die für die erfolgreiche Umsetzung des Drehs nötig sind, befinden sich übersichtlich in diesem Dokument – die Bibel für den jeweiligen Dreh!

Die Technik

Der Dreh konnte aufgrund des Konzeptes mit überschaubaren technischen Mitteln umgesetzt werden. Einzig in der Anfangs- und Endszene verwendeten wir als optische Klammer einen Gimbel um unseren Protagonisten auf seinem Weg ein Stück zu begleiten. Ein Gimbal ist ein Stabilisierungssystem, das die Kamera auch bei Bewegungen in der Waage hält, so werden Wackelt verhindert, auch wenn der Kameramann sich mit der Kamera bewegt. Siehe dazu unseren Blog-Beitrag zu Bildstabilisierung.

Kostenfaktor Technik: Nicht nur bei szenischen Produktionen spielt die verwendete Technik eine große Rolle für die Kosten. Natürlich bedeutet hochwertige Technik auch gleich eine überaus gute Bildqualität, allerdings sollte immer differenziert werden zwischen must-have und nice-to-have. Bei der Erstellung des Konzepts und des Drehbuchs passiert es häufig, dass Szenen oder Bilder geplant werden, die aufwändige Lichtsettings oder Zusatzequipment nach sich ziehen. Damit ist nicht zwingend die Ultra-Zeitlupenkamera gemeint, auch die Wahl einer Location, die aufwändig ausgeleuchtet werden muss, die Verfolgung einer Person über eine lange Wegstrecke oder eine Kameraperspektive aus 10 Metern Höhe (die Liste ließe sich endlos fortführen), können zu zusätzlichen Kosten führen. Bereits bei der Erstellung des Konzepts müssen für die Unterscheidung von must-have und nice-to-have also ständig diese Fragen gestellt werden: Benötige ich diese Technik für das inhaltliche Verständnis und gibt das Budget diese Technik her? Luxus ist in diesem Fall ein Budget zur Verfügung zu haben, dass mir technische Spielereien erlaubt, die nicht zwingend für das Verständnis nötig sind, aber die Qualität des Videos steigern.

Der Dreh

Da alle Geschäfte in Willich-Schiefbahn am Samstag erst um 9 Uhr öffneten, starteten wir mit Szene 1. Diese Szene wurde in einer ruhigen Nebenstraße realisiert und wir benötigten lediglich den Schauspieler und unser Team. Glücklicherweise spielte das Wetter mit, denn in der Planungsphase entschieden wir uns gemeinsam mit der IHK dazu mit Max zu Drehen, obwohl dieser wegen seiner Theaterengagements keinen Ausweichtermin mehr frei hatte. Zwar hatten wir die Wetterberichte für unseren Drehtag studiert, allerdings blieb dieses kleine Restrisiko.. Hätte es geregnet,oder wäre es den ganzen vergangen und dunkel gewesen, hätten wir nicht nur einen Ausweichtermin, sondern auch einen neuen Schauspieler finden müssen. Das Wetter war aber nicht nur gut, es passte perfekt zum Drehbuch! Beim Dreh der ersten Szene war es noch etwas bewölkt aber sobald wir mit der ersten Szene vor einem der Geschäfte starteten knallte die Sonne vom Himmel,was die Verwandlung des Protagonisten noch unterstrich! Manchmal gehört eben auch ein bisschen Glück dazu…..

Bei den Szenen, die in der Straßensperre gedreht wurden, konnten wir eine Menge Zeit einsparen und änderten aus diesem Grund spontan das Drehbuch. Wir zogen die Eisdielen-Szene nach vorne, um Wegstrecke zu sparen. Weniger Weg bedeutet einen größeren Zeitpuffer bedeutet weniger Hektik bedeutet mehr Zeit zum Einrichten der einzelnen Bilder. Bedeutet: Schon wieder lief alles grandios!

Wir waren mit vier aktiven Personen vor Ort: Einer Produktionsleitung, einem Kameramann samt Assistent und der Maske. Zusätzlich haben wir mit einer Person ein Hinter-den-Kulissen-Video gedreht. Hinzu kamen noch zwei Personen der IHK Krefeld und und Rainer Höppner, als ein Vertreter der örtlichen Werbegemeinschaft (Vorsitzender), der uns nahezu den ganzen Tag begleitete um uns den Rücken zu stärken. Hinzu kamen temporär diverse Journalisten und Fotografen, für die wir an der ein oder anderen Stelle unseren Drehablauf für ein spontanes Fotoshootings unterbrochen hatten (was wir uns ja zeitlich leisten konnten).

In der örtlichen Eisdiele haben wir dann den Drehtag mit allen Beteiligten ausklingen lassen – und zwar 1,5 Stunden eher als geplant!

Das fertige Video “Handel belebt”

Das fertige Video auf Facebook. Viel Spaß beim Anschauen!