“Wir wollen unsere Baustelle professionell dokumentieren und vorstellen.” – Mit diesem Satz begann ein spannendes Projekt in Sachen Video-Marketing. Denn trotz klarer Aufgabenstellung blieb eine Frage: Wie drehen wir ein spannendes Video über eine Baustelle, die aktuell nur aus einem großen Loch im Boden besteht?

Dieser Artikel ist unser Beitrag zur Blogparade #entscheidungtreffen von Zielbar. Wir würden uns freuen, auch Ihren Beitrag dort zu lesen.

Einen kreativen Prozess und viel Arbeit später besteht die Antwort aus einer Animation mit 360-Grad-Video, durch die das Projekt in seiner Gänze dargestellt wird. Neben viel Lob hören bei zu diesem 360-Grad-Video – vor allem von Kollegen aus dem Virtual-Reality-Bereich – immer wieder eine Frage: “Warum habt ihr daraus denn kein Virtual-Reality-Projekt gemacht?

Eine gute Frage die uns die Gelegenheit gibt, unsere Entscheidungsprozess darzustellen. Im Mittelpunkt steht dabei immer der größtmögliche Nutzen für unsere Kunden. So auch bei diesem Projekt.

Das fertige 360-Grad-Video in der
YouTube-Fassung. Es gibt eine
gesonderte Facebook-Fassung.

Wie wird eine Baustelle attraktiv?

Konkret geht es bei der bereits genannten Baustelle um das Wohnquartier Hellwinkel in Wolfsburg. Dort ist die Firma Wavin – unser Kunde – für den Bau eines neuartigen Entwässerungssystems zuständig. Die Funktion ist schnell erklärt: Das System sorgt dafür, dass Regenwasser kontrolliert und harmlos abfließen kann, statt die Keller der Häuser zu füllen. Das ist zwar praktisch und nützlich, leider jedoch alles andere als cool oder spannend. Dazu kommt, dass sich die Baustelle noch einem frühen Stadium befindet und vom künftigen Wohngebiet – zumindest zu Beginn unserer Dreharbeiten – noch nicht viel zu sehen war. Am markantesten war da noch die große Baugrube.

Für unser war daher klar, dass wir…

  1. … in den anstehenden Videos die gesamte Story des Projekts erzählen müssen.
  2. … zeigen wollen, was das Entwässerungssystem für das Projekt bedeutet.
  3. … die Zielgruppe – im Kern Architekten und Städteplaner – mit einer etwas anderen Art der Aufbereitung erreichen und ihr Interesse wecken müssen.

Diese drei Überlegungen waren für uns der Ausgangspunkt unsere kreativen Prozesses und der Strategieentwicklung.

VR-Video-Demo /
Stereoskopisches Video

Schritt 1: Wir erzählen die gesamte Story

Um die Story des Projektes zu erzählen, setzen wir auf den bewährten Video-Marketing-Baukasten aus drei klassische Videos, ergänzt um 360-Grad-Fotos und einem ein 360-Grad-Video, das aus einer Mischung aus Animation, Drohnenmaterial und Fotos der Baustelle besteht. Dadurch können wir das fertiggestellte Wohngebiet in zeigen und deutlich machen, wozu das Entwässerungssystem dient.

Mit diesem 360-Grad-Video wird das Projekt sowohl für Architekten und Städteplaner als auch für interessierte Bewohner greifbar und real. Ein wichtiger Aspekt bei einem Projekt, das noch mehrere Jahre im Bau sein wird.

Schritt 2: Die Bedeutung des Entwässerungssystems kommunizieren

Parallel zum 360-Grad-Video entstehen auch Beiträge in denen es um die Funktion des Entwässerungssystems geht. Einerseits wird so deutlich gemacht, was das System von bestehenden Anlagen dieser Art unterscheidet. Andererseits kann so auch der Nutzen und Wert des Entwässerungssystems für potenzielle Bewohner – die auf die Sache bezogen eher Laien denn Fachleute sind – klar gemacht werden.

Schritt 3: Architekten ansprechen und abholen

Die dritte Anforderungen war nicht ganz einfach umzusetzen. Für Architekten sind Animationen und computergenerierte Modell Alltag und ganz und gar nichts neues. Daher haben wir uns für einen etwas persönlicheren Touch entschieden.

Statt auf die üblichen Schattenanimationen und computergenerierten Oberflächen setzen wir auf handkolorierte Strukturen und Oberflächen. Das ist zwar aufwändig, verleiht dem Modell – und damit auch dem 360-Grad-Video – jedoch etwas besonderes und hebt es von der Masse der Animationen ab.

Alternativer “Player” für 360-Grad-Bilder
von Holobuilder. Erlaubt auch Betrachtung
mit Google Cardboard und läuft in fast allen
Smartphone-Browsern.

Warum 360-Grad-Video statt Virtual Reality?

Die Wirkung des Videos und der anderen Inhalte für unsere Kunden entspricht genau unseren – und seinen – Erwartungen. Soweit, so gut. Doch aus unserem fachlichem Umfeld hören wir immer wieder die Frage, warum es ein 360-Grad-Video und kein Virtual-Reality-Projekt geworden ist.

Auf den ersten Blick nachvollziehbar, denn die Animation würde sich hervorragend für Virtual Reality – kurz VR – eignen. Und sie würde zugegebenermaßen ein noch umfassenderes und intensiveres Nutzererlebnis ermöglichen, als das 360-Grad-Video.

Um unsere Entscheidung zu verstehen greifen wir auf den Anfangs genannten Kern unseres Entscheidungsprozesses zurück: den größtmöglichen Nutzen für unsere Kunden. Denn genau um den geht es.

Ja, VR wäre cooler und hipper und noch einen Tick intensiver im Erlebnis. Doch diese Vorteile wiegen die Nachteile aus unserer Sicht nicht auf. 360-Grad-Video…

  • … kann auf fast allen großen Social Media Plattformen ordentlich angezeigt und auch mobil konsumiert werden.
  • … benötigt keine zusätzliche oder besondere Hardware.
  • … ist immer mehr Nutzern sozialer Netzwerke bekannt und inzwischen auch akzeptiert.
  • … hat immer noch einen Wow-Effekt und ist – trotz VR – auch noch cool.
  • … wird durch 360-Grad-Livestreaming eher noch an Bedeutung und Verbreitung gewinnen.
  • … bietet aktuell enorme Reichweite in den verschiedenen Netzwerken.

360-Grad-Video bietet schlicht mehr Möglichkeiten, Menschen in ihrem normalen Konsum- und Kommunikationsverhalten in den sozialen Netzwerken zu erreichen. Ein 360-Grad-Video ist viel mehr Menschen zugänglich als ein Virtual-Reality-Projekt, das – Stand heute – nur mit speziellen Brillen konsumiert werden kann.

Das bedeutet nicht, dass wir eine VR-Umsetzung kategorisch ausschließen. Doch beim konkreten Projekt passt in der jetzigen Phase (Reichweitenaufbau) das 360-Grad-Video für die Ziele unseres Kunden einfach am besten. Und dann spielt es auch keine Rolle, ob VR cooler wäre.

Christian Buggisch von DATEV bringt es im Interview vor der BEEF4BRANDS schön auf den Punkt:

Sexy ist nicht wichtig solange es funktioniert und den Kunden Nutzen bietet.

Weitere Informationen zum Thema VR/AR/MR, 360-Video und Co.: #VideoReality 1. 360-Grad Foto & Video: 1 Shooting und 5 Anwendungen 2. 360-Grad-Content im eCommerce (Gastbeitrag im IHK-Onlinemarketing-Blog) 3. 360-Grad-Content: Wie du mit einfachen Mitteln… (Gastbeitrag bei Zielbar.de) 4. #360Video + #VideoVR: 2 Varianten des 360 Grad Videos (VideoReality: Teil 1) 5. Unterschied zwischen VR- und 360-Content (Facebook-Post) 6. HowTo: 360-GradFoto-Produktion  (Facebook-Video) 7. Vortrag: Abrocken mit 360-Grad-Videos und -Fotos (Facebook-Video) 8. Livestream: #HighnoonK3 zum Thema 360-Video (Facebook-Video)